Wolf-Christian’s Reisetagebuch

Grüne Hügel in Vermont

13. Mai 2008 · Kommentar schreiben

Habe früh um 8 Montréal hinter mir gelassen, in einem Greyhound-Bus. Um über den Lorenzstrom zu gelangen, fährt der Bus bestimmt zwei Minuten lang mit 70 über eine endlose Brücke. Die Tour Richtung Boston führt durch das südliche Québec, ein paar Bauernhöfe, und dann ein jähes Ende an der Grenze. In den gesamten USA war das Immigration-Computersystem zwei Stunden lang ausgefallen. So saß ich mit einer Anwältin aus Indien an der Grenze fest und wir haben dem Bus hinterhergewunken. Unglaublich freundlicher Service.
Schließlich Vermont, das Unistädtchen Burlington am großen Champlain-See. Die Uni von Vermont 1791 gegründet. Eine Idylle wie im Film. Als der Bus in das kleine Depot einbiegt, stellt der Gärtner den Rasenmäher ab und winkt mit seinem Baseballcap, auf der Veranda versammeln sich Opas, die die Zugereisten bestaunen, ein Kofferboy hilft beim auspacken. Als wenn Familienbesuch kommt.
Dann weiter im Mietwagen: Pieksaubere, wunderschöne kleine Dörfer mit Holzkirchen und Häusern mit Veranda, ein bisschen wie in Schweden. Wahlheimat von Robert Frost. In New Hampshire wird es plötzlich etwas öde, erst in Massachusetts haben die Dörfer wieder etwas Charme. Weil jedes haus WLAN hat und zwar unverschlüsselt, hilft mir googlemaps den Weg zu finden, denn ich habe mich verfahren. Die Jugendherberge „Friendly Crossways„, aus der ich schreibe, ist ein altes Holzhaus mit Scheune, urgemütlich und ein bisschen ökig: eine Schulklasse singt aus vollem Halse Chorsongs, draußen ist die Luft kalt und klar, der Sternenhimmel hoch und es ist ganz still.

Kategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: ,