Wolf-Christian’s Reisetagebuch

Guggenheim mit Topfenstrudel

19. Mai 2008 · Kommentar schreiben

Einen verregneten Sonntagvormittag beginnt man mit einem herzhaften Katerfrühstück im fast schmerzhaft postmodern eingerichteten „banc“ (3rd Av und 31st St). So gestärkt sind wir ins Guggenheim gezogen. Dort eine unglaubliche Ausstellung von Cai Guo-Qiang „I want to believe“. Der Künstler lässt Schwarzpulver auf Papier explodieren und gestaltet so seine Bilder. Im Foyer hingen 9 Chevies, die zu Feuerwerk explodierten! Durch die Rotunden zog ein gewaltiges Rudel aus 99 Wölfen, die gegen eine imaginäre Berliner Mauer prallten. Die Kraft, Masse und Gewalt in den Arbeiten ist beängstigend. Außerdem hatte man das Gefühl, dass der Künstler wirklich alle wichtigen großen Fragen unserer Zeit in seinen Werken anspricht. Allerdings muss man dazusagen, dass er in China offensichtlich eine ganze Schar Freiwilliger und Angestellter um sich hat, die ihm helfen, die Werke zu schaffen, beispielsweise die ganzen Tierrepliken herzustellen. Wer weiss, ob die nach Tarif bezahlt werden… (oder ist das blöd zu fragen?)
Danach ein Abstecher in die Grenzregion zwischen deutschem und ungarischem Viertel. Wunderbarer Paprikahuhn-Palatschinken und danach einen Topfen-Strudel zwischen breit ungarisch gurgelnden Damen. Schließlich eine Fahrt mit der Gondel zur Roosevelt Island – genau zum Sonnenuntergang. Was für ein Panorama! Das war der letzte Abend an der Ostküste für diese Reise. Morgen früh um 5 geht’s los Richtung JFK Flughafen und dann nach San Diego. Aus dem Sonnenbrand am Handgelenk ist inzwischen gesunde Farbe geworden. So gerüstet geht’s dann an den Strand. Bis dann!!

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