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Mit Tag(s) versehen: West Yellowstone
Meine neuen Lieblingstiere sind Bisons. Sie haben die Ruhe weg, und wissen, wer im Park die Hosen anhat. Siehe Fotos. Ansonsten kann ich nur sagen: Ich habe in den Wäldern Wyomings mein wahres Wesen entdeckt. Ich bin thermophil. Dies ist eigentlich der Fachbegriff für Mikroorganismen, die im heißen Geysirwasser leben. Um diese Geysire herum ist es zwar offiziell Juni, faktisch allerdings ist Schneefall, Schneematsch, krass Wind und also: saukalt. Und um dem Begriff der Frostbeule einen eher positiven Klang zu geben: thermophil. Da spare ich auf einen Sommerurlaub und lande im Winter. Um halb vier sprach mich ein gut aussehender Ranger an, es sei ab jetzt ratsam, den Park zu verlassen, die Straßen würden bald gesperrt. Das wars mit den Tümpeln. Statt dessen wieder ins Espresso-Café. Apfelstrudel gibt’s hier noch frisch in der Folie in einem Plastikschälchen serviert, als wärs Pommes, aber Hauptsache es schmeckt. Jetzt Fotos von den Helden der Wildnis.
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Klar, wer hier die Hosen anhat!
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Das wäre der perfekte Pool gewesen bei der Kälte…
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Sind die Kleinen nicht niedlich!?
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meine thermophilen Freunde (die Bakterien)
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natural born Springbrunnen
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Wir dachten, es würde ein Sommerurlaub.
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Aber für diese Bilder…
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…nehme ich Schnee gerne in Kauf!
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Mit Tag(s) versehen: Yellowstone
Ich bin in Montana, Überschrift: rustikal. Gleich vor den Toren des Parks, in einer kleinen Wildwest-Siedlung: mit der profanen Bezeichnung Yellowstone West. Ein Strip von Holz und Blockhütten. Pickups. Wenn Café oben drüber steht, ist ein Pub drin. Traditionelle Diner, die den echten Hamburger hochhalten gegen McDo, das etwas an den Rand gedrückt beim Touristen-IMAX neben einem einsamen TexMex verharrt. Und wie von einem anderen Stern ein kleiner Buchladen, Bookworm, vollgestopft mit tollen Büchern, und ich kann ihn mir viel eher in New York im Village vorstellen als hier.
Mein Hostel ist ein Log-Hotel mit ein paar rustikalen Zimmern, in denen man zu dritt in riesigen aber engen Blockhaus-Betten schläft. Meine beiden Mitbewohner sind typisch für eine Spezies Backpacker, die ich schon öfter getroffen habe: mit riesigen Powerbooks ausgerüstet reisen sie von Virginia nach San Francisco: der eine wird dort bei Apple arbeiten. „Do you have WiFi?“ ist die erste Frage beim Einchecken, ob also schnurloser Internetzugang da ist, und der Wirt erklärt, dass man in einer bestimmten Ecke hinten im Gang sogar ein Signal empfangen könnte. Selbst die Espressobar, die ich auch in diesem Nest finde, sonst ein sicherer Ort für Zugang zum Netz, ist nicht angeschlossen. Hier geht es eben auch ohne. Vor dem Tresen warten Otto-Normal-Amerikaner, keine typischen Espresso-Bar-Besucher. Aber das Konzept setzt sich scheinbar durch. Auch wenn die drei den normalen Ami-Kaffee bestellen, und kein Mocha-, Chai- oder Lattegedöns.
Mir fällt ein: die letzte Reise-Woche hat begonnen. Ohne es zu merken, habe ich das Bergfest schon hinter mir. Knapp drei Wochen nur noch. Nächsten Freitag geht es schon nach Vancouver und Victoria, der zweiwöchigen Schluss-Station. Da habe ich Zeit, den Sack an Büchern zu überfliegen, die ich auf dem Weg gekauft habe.
Jetzt aber los, einen Tag lang zu den „Tümbeln“. Grüße aus Yellowstone!, meist Wyoming, und an dieser Stelle doch Montana.
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Mit Tag(s) versehen: West Yellowstone