Wolf-Christian’s Reisetagebuch

They got me!

16. Juni 2008 · Kommentar schreiben

Ich habe ein neues Lieblingsgetränk. Der (Achtung Lautschrift) „grandi mohhh-ka frapputschinoh tu go, plis, jes, wipping krim!!“. Vom Starbucks. Besser geht nicht bei Sonnenschein.
Nachdem ich gestern von einer fürchterlichen Party ins Bett geflüchtet bin (Berlin ist einfach die Party-Stadt Nr. 1), heute ein SENSATIONELLER Tag: kein Wölkchen am Himmel, schön über 20 Grad, eine frische Brise vom Ozean, so lässt sich das doch aushalten. Die Frage ist nicht, kann man hier leben, sondern: Wann macht das ZDF hier ein Studio auf? Die Antwort: In 607 Tagen. Dann nämlich beginnen die olympischen Winterspiele 2010.
Heute früh als erstes ein Fahrrad geliehen (Beweisfoto s.u.) und damit einmal um den Stanley Park gedüst – so was wie der Tiergarten, nur mit Wasser drumrum. Toller Blick auf die immer wachsenden Condominium-Türme, auf schneebedeckte Berge, auf startende Wasserflugzeuge, die zum Teil einen Linienverkehr in die Provinzhauptstadt Victoria aufrechterhalten.
Dann kurz in die Vancouver Art Gallery: zum ersten Mal gibt’s eine Ausstellung, die die Entwicklung von Comics, Animes, Mangas, Videospielen u.ä. zeigt. Das war echt interessant, und vor allem: voll mit Leuten, trotz Sonnenscheins. Noch schnell die übrigen Ausstellungen durchschweift, dann wieder aufs Rad.
Die Stadtplanung hier hat die Fehler anderer Küstenstädte nicht wiederholt: man kann mit dem Rad und zu Fuß ohne riesige Straßen überqueren zu müssen bequem und entspannt am Wasser entlang fahren, an kleinen (neu angelegten) Parks vorbei, an Restaurants und Strandabschnitten, mit großen Rasenrabatten ergänzt, die alle gepflegt und frei von Scheißhaufen sind. Was für ein Luxus!
Offiziell war heute Autofreier Tag. Na, ein bisschen Autofrei. Genauer: die Denman St. war gesperrt, Straßenfest, beste Laune allenthalben. Wölfchen, weil Hunger, Nudelsalat mit Königsberger Klopsen á la chinesisch verspeist (großer Fehler), dann ab an die Beach Ave, wo Ming-Vasen Beach-Volleyball zeigten und ansonsten die gesamte Stadt zu Fuß oder auf allen erdenklichen Rollen ohne Motor unterwegs war. Ausführliches Sonnenbad. Und an diesem Punkt, gebe ich gerne zu, begann der dekadente Teil dieser Reise. Natürlich: in den letzten Wochen von Ort zu Ort gedüst, alles aufgesogen, alles aufgeschrieben, kennengelernt, was ging – das fiel noch grob unter „Bildungsreise„. Jetzt ist es purer Urlaub. Ich lese ein Buch und lege es auch einfach weg. Einfach schön!

Jetzt noch kurz ein paar Fotos für Euch. Dann geht es wieder raus!

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