Wolf-Christian’s Reisetagebuch

Indianerprost

21. Juni 2008 · 1 Kommentar

Grüße aus dem Weinland Kanada. Ich vergesse immer wieder, dass wir auf der Höhe Süddeutschlands liegen. Deshalb nicht nur milde Temperaturen im Winter, sondern auch Weinanbau! Allein im südlichen Teil Vancouver Islands gibt es rund zwei Dutzend (!) Weingüter, wir waren heute auf den Cherry Point Vineyards nahe Duncan. Von den Cowichan Indianern bewirtschaftet, gedeihen auf einem kleinen flachen Anbaugebiet u.a. rote und weiße Pinot Trauben und eine Kreuzung aus den deutschen Müller-Thurgau und Siegerrebe, nach einem spanischen Philosophen „Ortega“ genannt. Tolles Bouquet, aber der Wein gerät dann ein bisschen dünn. Überraschung dann, als wir einen Antipastiteller verputzen und den Wein dazu trinken: plötzlich passt er – eisgekühlt – ganz wunderbar.
Zum Nachtisch sind wir ins das geschäftige Fischerdorf Cowichan gefahren, wo die Udder Guys leckere Eiskrem anbieten, und Arthur Vickers seine Kunst ausstellt. Er ist der Bruder des neben Bill Reid erfolgreichsten indianischen Künstlers der Gegend Roy Henry Vickers, dessen Bilder etwas kitschig wirken, aber eine populäre Verbindung schaffen zwischen indianischen Mythen und westlicher Grafik. Sein Bruder tut seit längerem dasselbe und hat in einer Bootswerft einen Raum zur Galerie hergerichtet. Nächste Woche bekommt er den Orden von Britisch Columbia überreicht, erzählt er stolz.

Gerade eben waren wir bei James und Sheena zum Essen eingeladen, ich kann mich kaum mehr bewegen. Ich glaube, ich nehme hier in Victoria am Ende noch mehr zu als auf der ganzen Reise. Sie werden mich im Cargo-Raum nach Deutschland fliegen.
Hier Eindrücke von Sue, ihrer Schwester Chris und dem seltsamen Deutschen unterwegs auf der südlichen Vancouver Island.

P.S. Ich werde vorerst nicht mehr über verlorene Füße berichten. Der Fall bleibt ein Rätsel – und der letzte Fund war eine Fälschung. Die Polizei ist beleidigt, die Lokalpresse ergeht sich in wilden Theorien.

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