Schöne Grüße aus Sidney – („na wie, wie kommt er denn nach Australien!? Nicht doch, Sidney, Vancouver Island. ACHSO!!!“) Tjaja, statt Opernhaus steht hier am Hafen ein Fischmarkt. Statt Olympia düsen hier Senioren per Rollator den Beachwalkway entlang. Und statt sexy Surfer streift dort, richtig, das Wölfchen in Strickjacke über den Kai.
Von Sidney aus startet morgen Mittag auch mein Flieger. 25 Minuten über die San Juan Islands nach Vancouver und dann umsteigen in eine Maschine voller Deutscher. Lufthansa nach Frankfurt. Viele Schaben, Schwaben!, mit breiten Vokabeln, sonderbaren Hüten und sehr deutschem Habitus. Ich werde wieder ein Gate weiter auf mein boarding warten, bis es sich wirklich nicht mehr vermeiden lässt; und dann bin ich doch froh, wenn es wieder nachhause geht. Und wenn schließlich, und diesen Moment habe ich jetzt schon vor Augen, im kleinen beschlagenen Fenster die weißen Buchstaben „Berlin-Tegel“ sichtbar werden. Dann bin ich ganz glücklich, wieder daheim zu sein.
Ich komme grade vom Abschiedsessen, mit Sue und James und Sheena – ein grooviges Restaurant im Souterrain mit exzellenten Martinis (wie sie hier zu Cocktails sagen) und wirklich gutem Essen – eine Mischung aus Thai, Indisch und Westcoast. Ich habe jetzt keinen Dollar mehr in der Tasche, und gleichzeitig das Gefühl, mein Geld optimal eingesetzt zu haben auf dieser Tour.
Viele Kanadier, die ich getroffen habe, sind sehr interessiert an Deutschland, viele waren schon zu Besuch, haben sich dort wohl gefühlt, und viele planen, endlich Berlin zu erleben – wovon sie schon so oft gehört haben. Die ersten Anmeldungen zur Übernachtung im Palais Wollé gibt es schon. Es wäre toll, wenn der Austausch weitergeht.
Es war eine wahnsinnig abwechslungsreiche, zu jeder Zeit spannende, mitunter erholsame und sehr lange Reise. Überschrift: sensationell. Mein Computer hat selbst dort funktioniert, wo mein Handy versagte. Und deshalb wart Ihr überall dabei: live und in Farbe.
Bleibt deshalb der Dank an Euch. Ich habe an den Klickzahlen gesehen, dass Ihr mich jeden Tag begleitet habt auf dieser Tour, oft in großer Zahl, und dabei hoffentlich meist Unterhaltsames lesen konntet. Ihr habt die Kandidatenkür in den USA und die Frühlingsblüte in Montreal miterlebt, Ihr habt Regen in der Wüste, Schneesturm in den Rockies, Metropolen und Einsamkeit kennengelernt, Schriftsteller in Neuengland und die California 1. Ihr wisst jetzt, wie man in Nordamerika Kaffee bestellt, wo Samatha in NY speiste (dass sie aus Britisch Kolumbien kommt) und wo in San Francisco schwule Cowboys tanzen. Ihr wart auf Inseln mit dabei, habt das Bärenspray gehalten (obwohl es niemand brauchte) und habt in Mekka Spanisch übersetzt. Und ich bin froh, dass ich das alles mit Euch teilen konnte.
Und also…
…Donnernde Trommelwirbel, kreischende Fanfaren. „Vielen Dank meine Damen und Herren, vielen Dank: für Ihre Treue (Kunstpause), für Ihr Interesse (bedeutender Blick), für Ihre Gelduld (ironisch-entschuldigendes Lächeln).“ Tosendes Gebrüll, wedelnde Bündel kofferfertig zusammengerollter Unterwäsche.
Das wars.
Es war toll.
Wir sehen uns zuhause.
- Hafen von Sidney, Vancouver Island
- Sue und Roger
- Wheeping Sequoia (Weinende Tanne)
- Dogwood – Die Blume von British Columbia
- Nochmal ein toller Sonnentag zum Schluss!
- Sag zum Abschied leise Servus…






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