Wolf-Christian’s Reisetagebuch

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I’ll be back – in Pennsylvanien

21. August 2008 · Kommentar schreiben

Montag, 18. August 2008

Ich bin wieder da. Eine Woche Pennsylvanien. Ich will die Gegend erkunden, in die Beni jetzt einheiraten wird. Ruhiger Flug mit Air France, gutes Essen, alter Flieger. Eineinhalb Stunden bei der Einreise angestanden. Nächstes Mal reise ich besser wieder über Kanada auf dem Landweg ein, das ist unkomplizierter. Auf der Fahrt von Philadelphia nach York fahre ich durch eine hübsche Hügellandschaft, im goldenen Abendlicht sieht alles ganz heimelig aus. Jetlag mit Beni und Jenny bei einem leckeren Mexikaner (El Rodeo) bekämpft.

Dienstag, 19. August 2008

Heute der erset Ausflug nach Gettysburg, auf den Spuren des Bürgerkrieges. Pennsylvania war der südlichste Nordstaat – Maryland, südöstlich gelegen, der nördlichste Südstaat. So kam es in Gettysburg zu einer der entscheidenden Schlachten, bei denen die bislang unterlegenen Nordstaatler endlich die Oberhand gewannen. Grob gesagt kann man sagen: Im Nodern kämpften sie für eine Union und gegen die Sklaverei, im Süden für eine Konföderation reicher Baumwollsklavenstaaten. Lincoln war Präsident. Die Schlachten waren blutig. Vom ersten bis dritten Juli 1863 wurde in Gettysburg gekämpft. Bis zu 20.000 Toten am Abend eines Tages auf den Feldern bei Gettysburg.

Die Yankees liegen auf einem Friedhof begraben, der jetzt National Park ist – die Südstaaten Soldaten liegen in den Südstaaten. Hier auf dem National Cemetary in Gettysburg hielt Lincoln die Gettysburg Adress, eine berühmte Rede für die Einheit der Nation. Etwas weiter ein beeindruckendes Museum. Civil War „buffs“, wie man sie richtig nennt, können hier jeden Zug auf dem Schlachtfeld nachvollziehen, jedes Manöver wird besprochen, aber auch die Hintergründe erhellt.

Die Fahrt geht weiter, durch sanfte, hügelige Landschaft, die an Süddeutschland erinnert. Genau wie viele Firmennamen. Die Vorfahren Pflatzgraffs, Snyders, Stocks und Weis sind aus Deutschland eingewandert, die Ortsnamen erinnern noch daran: Hanover etwa, oder auch East Berlin, dabei liegt ja hier eigentlich alles westlich von Old Europe. Die Häuser sind oft aus Stein, zuweilen ein eigenartiges Fachwerk, horizontale Balken mit Lehm abgewechselt. Oft ungewöhnlich nah an den Straßen, wie in Europa. Der Rasen an den Straßen stets penibel gepflegt und gemäht. Auf den Verandas, hinter weißen Säulen, warten Ohrensessel auf alte Männer. Die Straßen sind verwaist, und vielleicht liegt das nicht nur an den schwülen Temperaturen.

East Berlin, Abbotsford, New Oxford, allesamt mit hübschem Ortskern, doch dann folgen Strips mit Schnellrestaurants und Handwerksbetrieben. Hanover ist so unaufregend wie das deutsche Vorbild, auch hier gibt es einen bekannten Bäcker, Snyder’s Brezeln stellt der her.
Schließlich Fahrt zurück nach York. Eine hübsche Altstadt vermisst um sechs Uhr abends jegliches Leben, nur einige Obdachlose haben sich zum Klönschnack in malerischen Seitengassen niedergelassen.

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