Wolf-Christian’s Reisetagebuch

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Nantucket

16. Mai 2008 · Kommentar schreiben

Hatte ich die kleine Eisdiele in Hyannis erwähnt? Weil die Saison erst in zwei Wochen losgeht, sind die Straßen verwaist. Nur eine kleine Gelateria hinter dem JFK Museum hat schon offen. Susie und Sandra verkaufen Eis nach den Rezepten ihres italienischen Vaters, und das schmeckt man! Es gibt sogar italienischen Kaffee (relief!!).
Nantucket ist neben Marthas Vineyard die kleinere, intimere Insel mit wunderschönen Holzhäusern. Obwohl die Immobilienpreise angeblich im Keller sind, wird überall gebaut, in fast jedem driveway haben Gärtnerteams ihre 4×4s geparkt. Mary Leblanc hat einen Herzschrittmacher, 12 Kinder und einen heißen Draht zu Jesus. Am Strand von ’Sconset erzählt sie mir von ihrer Herberge, in der im Sommer College-Stundenten wohnen, die in den Restaurants ihre Studiengebühren verdienen. Wenn sie gut sind, 1000 Dollar pro Woche: 10 Wochen von Juni bis September. Hoffentlich ist das Essen, das sie servieren, besser als das, was ich auf dem Teller hatte. Es zeigt sich mal wieder, dass hier nur schmeckt, was kostet.
Dafür hat sich Fahrradtour über die Insel gelohnt, auch wenn die meisten Knospen noch nicht aufgesprungen sind. Manchmal geht die Strecke über Kopfsteinpflaster – über große Katzenköpfe, die von europäischen Siedlerschiffen stammen: sie hatten Ballast an Bord, die jetzt die Straßen von Nantucket pflastern.
Am Abend dann wieder auf die Fähre und mit dem Auto in ein echtes 80er Jahre Trash-Motel. In meinem Zimmer könnten auch David Lynch Filme spielen, oder solche von den Cohen-Brüdern. Dafür tolle Aussicht über Truro, den Vorort von Provincetown. Und tolles Essen gabs hier auch: im „Blackfish“. Bis morgen!

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