Dieser Samstag hatte es in sich. Chris und ich haben San Francisco dem NY-Test unterzogen. Start morgens: obligatorische Fahrt mit dem Cablecar. Dann zum Straßenfest auf der Union Street. Wie die meisten Straßenfeste: eine einzige Fressmeile. Allerdings mit superleckeren Butterfudgecaramel-überzogenen Sonnenblumenkernen. Lustig übrigens, wie die Amerikaner hier Bier trinken: in abgezäunten Sonderbereichen mitten im Festbetrieb – damit es keiner sieht. Dann auf ins Castro. Sensationelle Eiskrem gab es da zu schleckern, in einer kleinen Eisbar namens naia. Mousse au chocolat, die halbgefroren auf der Zunge schmilzt, da zehre ich immer noch von.
Weil die Kritiken wirklich unterirdisch waren, haben wir uns Sex and the City GESPART und stattdessen zum Wohle von Samantha drei Runden Cosmopolitan im Moby Dick genossen (Finger weg vom Alkohol!), der ultimativen Urbar im Kiez. Daraus resultierte die passende Stimmung für das neue Abenteuer von Indiana Jones!!
Im Castro-Kino volle Reihen, aufwendiger Stuck und Schmuck im Saal, und bevor sich der Vorhang hebt, spielt ein Organist zur Einstimmung die Filmthemen vor. Unter der Decke schimmert ein riesiger Muschelartiger Kronleuchter in tiefem rot, bevor dann der Film losgeht: herrlich in 50er Jahre Ästhetik gehalten, mit Verfolgungsjagd, irrwitziger Story und einer gehörigen Portion Selbstironie. Szenenapplaus.
Die Kneipentour beginnt dann früh, weil die Sperrstunde naht. Deswegen gleich ins Trucks, seit kurzem beliebteste Bar auf der Folsom Street, wo sich bei schriller Mucke schwule Cowboys drängten (so waren sie jedenfalls angezogen) und wo trotz scharfer Sporen noch Wahlkampf tobte: frei nach Ströbeles Kneipenwahlkampf schüttelte uns plötzlich irgendein Senatskandidat die Hände.
Zeit für Szenenwechsel und in einen Keller downtown, wo auf einer Bühne zwei Pianisten miteinander gegeneinander Schlager der Rockgeschichte brüllten, unterstützt von Horden betrunkener Touristen und Bachelorgesellschaften. Bombenstimmung. Danach noch in einen Club, der allerdings schnell leer war, weil in Kalifornien ab 1:30h kein Alkohol mehr ausgeschenkt wird.
So geht man entweder noch Kaffee trinken oder das Nachtleben endet zivilisiert im Bett. Das war auch gut so, denn wie sich herausstellte, blieben mir noch 3 Stunden Schlaf bis ein Mitschläfer aufgeregt aus dem Zimmer stürzte und noch eine weitere Stunde, bis ich selbst aufstehen musste, um zum Flughafen zu kommen.
Tja, und das war mein Kalifornien-Abenteuer: zum Abschluss mit einer gehörigen Portion Lebensgefühl der tollsten Stadt der USA – nach New York. Hier komme ich bestimmt und gerne wieder her!
- obligatorisch
- Kunst im Schaufenster wie jüngst im Guggenheim
- Obama: Kandidat der Herzen
- Das Lieblingsmenü der Amerikaner
- Chris und Wolf
- Biergenuss hinterm Zaun
- Sieht man, dass es ziemlich steil ist??
- Paradise







