L.A. Tag 2
Endlich Cabrio-Wetter! Und der California-dream wird wahr. Das wölfchen am Steuer eines weißen Chevy Cabrio bei strahlendem Sonnenschein den Küstenhighway von Santa Monica in die Pacific Palisades hinauf. Steile enge Straßen führen durch reiche, durch blühende Hecken abgeschirmte Anwesen. Gegen die versammelten Luxusmarken der deutsch-japanischen Autoindustrie, die dort oben über den Hügeln von L.A. versammelt sind, stinkt meine Plasteschüssel natürlich ab, aber aufs Gefühl kommt es an. Thomas Mann hat hier im Exil gewohnt und auch die Feuchtwangers und eins muss man sagen: sie hatten es sicher nicht leicht, aber sie hatten eine verdammt gute Aussicht!
Dann weiter an die Strände von Malibu. Das war etwas unspektakulär, weil die Flut allen Strand bedeckte, aber schön war es trotzdem. Jetzt endlich kommt das Buch „Pazifik Exil“ zum Einsatz, dass ich zum Geburtstag bekommen habe, und das mir den passenden Hintergrund zum sonnigen Strandtag gibt – den ersten auf dieser Reise.
Nach Heidelbeeren, Schonkost und Immodium schließlich eine gegrillte Seezunge zum Strandpreis, so lässt sich das aushalten! Bis jetzt ein entspannter Tag, der mit einem Abendspaziergang zum Venice Beach ausklingen sollte, als ich auf dem Strand direkt am Santa Monica Pier im Sonnenuntergang ein großes Feld mit Kreuzen entdecke.


Eine sonderbare Szene: Direkt unterhalb von Bubba Gumps Shrimp Company und einem bunten Jahrmarkt feiern Veteranen den Memorial Day. Touristen schlendern durch Reihen mit kleinen weißen Kreuzen, jedes steht für einen gefallenen Soldaten im Irak. 4081 sind es bis heute. Dazwischen auch Tafeln mit den Namen der irakischen Opfer des Krieges. Ich bekomme einen Klos im Hals.
Viele bleiben an den Tafeln stehen, auf denen jeder Gefallene mit Namen, Alter, Todesdatum und Einheit aufgeführt ist. Einige Kreuze haben Namensschilder, kleine Nachrichten und Blumen angeheftet. Es ist ein trauriger Moment in all dem Trubel. Und die Szene, mit der mich L.A. verabschiedet. Morgen in aller Frühe geht es auf dem Küstenhighway weiter nach Norden, zu einem Abstecher auf den Pazifik, zu den Channel Islands.
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memorial on the beach
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Exil-Blick von Pacific Palisades
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Memorial Day
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L.A. Tag 1
Weil es hier – außer bei Starbucks – keine konsequente Café-zum-Hinsetzen-Kultur gibt, bin ich zum Frühstück extra nach West-Hollywood gefahren, denn dort ist so etwas zu finden. Es heißt zum Glück Champagne (so fängt das Wochenende richtig an) und besticht durch ein cross-over französischer Patisserie (Croissants) und amerikanischer Frühstückskultur (im croissant befinden sich bacon und scrambled eggs – dazu wird Ketchup gereicht). Das hat sehr lecker geschmeckt und danach hatte ich den ganzen Tag Töpfchenalarm.
Das hat mich allerdings nicht abhalten können, meine Kunst-Tour weiter zu verfolgen. Im Pacific Design Zentrum hat das MOCA einen Design-Ableger. Von außen inmitten einer großen Baustelle verbirgt sich drinnen ein schöner Ausstellungsraum. Dann weiter zum LACMA, eine riesige Anlage mit unterschiedlichsten Sammlungen – alle sehr gut. Ich habe mich auf die amerikanische Kunst und die Fotografie beschränkt: das war alles sehr gut, aber das Getty hat doch mehr begeistert.
Um wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen auf zum All Amercan Farmers Market. Von drugstores, K-Marts und allerlei Ketten umzingelt eine kleine Einkaufsmeile mit den gängigen Vertretern, dazu allerdings noch der „American Girls Store“ (unglaublich, da kamen kleine Mädchen raus, die zogen riesige Tüten neben sich her (nicht übertrieben!) und waren dabei sehr rosa). Auf einer Bühne wurde, mal wieder, wie übrigens überall, Sex in the City angepriesen. Ein solches landesweites mega-Marketing hab ich selten erlebt. Neben all dem eine kleine Fresszone, wo es tatsächlich etwas ähnliches wie einen kleinen Markt gab, mit unterschiedlichsten Spezialitäten. Das war günstig aber dem Magen hats auch nicht geholfen.
Schließlich auf nach Santa Monica, direkt an den Strand, denn dort befindet sich mein Hostel für diese Nacht: riesig, gut ausgestattet, leider wohl recht laut, aber egal: der Sonnenhintergang (hinter den Wolken) rechtfertigt die kleinen Opfer.
Neben dem Hostel gibt es ein etwas heruntergekommenes Programmkino, das seit den frühen Achtzigern sicher keine Renovierung der Säle erfahren hat. Ein programmkino scheint selbst in der Filmstadt L.A. nicht so häufig vorzukommen, die meisten Kinos zeigen dieselben vier Filme: Narnia, Indiana Jones, Ashton und Cameron Diaz in Las Vegas und noch irgendwas unansehliches. Ich hab mir in der Spätvorstellung „The Visitor“ angesehen, über einen frustrierten Mittelklasse Professor, der per Zufall und gegen seinen Willen Mittelpunkt eines Abschiebedramas wird. Das war sicher die beste Alternative gestern Abend ☺
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Eingang zum LACMA
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Dieses Auto lieben die Amis
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Santa Monica Beach
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Beweis: ich bin am Pazifik angekommen
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Strand hinterm Hostel
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